Weißes Mäuschen – warme Pistole
Livestream in Kooperation mit dem Landestheater Eisenach

von Olivia Wenzel | ab 12

Regie: Isabelle Küster, Christine Hofer, Theresa Frey, Gabriela Zorn, Mareile Metzner | es spielen: Lisa Störr, Michael Naroditski, Christoph Rabeneck vom Landestheater Eisenach sowie das Ensemble des Theater am Markt

Livestream unter www.trauma-eines-landes.de

Am Ende ist es doch so: Den nackten, blanken Wahnsinn, der einen kuscheligen Bademantel der Normalität trägt, den kriegt man nicht in den Blick, nicht auf die Bühne und in keinen Kopf.

Durch die Selbstenttarnung des NSU endete im November 2011 eine rassistisch motivierte Mordserie, die neun türkisch-, kurdisch- und griechischstämmige Menschen und eine deutsche Polizistin das Leben kostete. 2021 jährt sich das Ereignis zum zehnten Mal und wirft einmal mehr Fragen nach der Verantwortung unserer Gesellschaft im Umgang mit rechter Gewalt auf. Spätestens die Anschläge von Halle und Hanau sowie der Mord an Walter Lübcke zeigen: Rechtsextreme Gewalttaten geschehen in Deutschland mit trauriger Regelmäßigkeit und bedürfen einer entschiedenen politischen und gesellschaftlichen Antwort.

Im Rahmen des Projektes „NSU: Das Trauma eines Landes -Jahresprojekt für Courage und Demokratie in Eisenach kooperieren das Landestheater Eisenach und das Theater am Markt und inszenieren gemeinsam das Theaterstück „Weißes Mäuschen - warme Pistole“ von Olivia Wenzel.

In diesem beleuchtet die Autorin das Leben von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, den Gründer_innen des »nationalsozialistischen Untergrunds«. Was wir heute vom NSU wahrnehmen, sind Fetzen einer medial aufbereiteten Wahrheit, konsumierbar, aber ohne Nährwert, weil die Faktenlage dürftig ist. Aussagen stehen gegen Aussagen, Böhnhardt und Mundlos sind tot, Beate Zschäpe schweigt und die Akten sind bis 2043 unter Verschluss, sofern sie nicht schon geschreddert wurden.

In einem hybriden Format bringen das Landestheater Eisenach und das Theater am Markt Live-Theater und digital erarbeitetes Material zusammen, um sich der Thematik aus künstlerischer Sicht zu nähern und sie mit den Augen von Eisenacher Bürger_innen zu betrachten und einzuordnen.